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Die Iser

Die Iser ist der wichtigste rechtsseitige Zufluss der Elbe. Sie quellt in Nordböhmen im Isergebirge, wo sie die Grenze zwischen Tschechien und Polen bildet. Die Iser fließt durch das Riesengebirge, Isergebirge, das Böhmische Paradies und bildet eine Achse der ganzen Region des Iserlandes, die ihren Namen trägt. Ihre Bedeutung beweist die Tatsache, dass sie innerhalb ihrer Gesamtlänge von 165 km die Fläche von insgesamt 2 200 km2 entwässert (u.a. auch das westliche Riesengebirge und das östliche Isergebirge) und ist eine wichtige Trinkwasserquelle für das Mittelböhmen und Prag.

Den Namen Jizera übernahmen die Slawen von den Kelten. Denselben Ursrung haben auch mehrere andere europäische Gewässer, z.B. Iser in Frankreich, Isar in Bazern, Ijzer in den Niederlanden.

Iser – Natur und Mensch

In tiefen Tälern der Iser und ihrer Zuflüsse sind halbnatürliche Ökosysteme erhalten geblieben. Am oberen Teil wird die Iser mit Nadelbäumen und gemischten Wäldern umgeben, am unteren Teil dann mit Wiesen und Weidengebüschen. Die relativ unberührte Natur, wo viele Vertreter der Fauna und Flora ihren Versteck fanden, wird in Form von kleineren Naturschutzgebieten geschützt. Wenn man Glück hat, kann man Vertreter seltener Vogelarten sehen: den Eisvogel, die Bachstelze oder die Reiher. In Städten leben am Fluss oft Schwane und Wildenten. Die Sauberkeit der Iser beweist große Menge der Fischarten und die Tatsache, dass in den Gebirgsgegenden immer öfter die Flusskrebse erscheinen.

Natürlich wurde auch die Iser von vielen Menscheneingriffen betroffen. An ihren Ufern entstanden Städte und Dörfer und unzählige Industriebetriebe – von Mühlen über Textilfabriken bis zu Kraftwerken. Der Fluss wurde mit Dutzenden Brücken und Stegen überbrückt. Nur der obere Flussteil blieb der Menschenwirkung erspart, da er ein Teil der Naturschutzgebiete Isergebirge und Riesengebirge ist.

Die Flussströmung

Die Iser quellt auf der tschechischen Seite des Berges Smrk in der Höhe von 1000 m.ü.M. Zunächst fließt sie durch breite Torfmooren des Plateaus Velká jizerská louka (Große Iserwiese). Diese Gegend gehört zu den bekanntesten europäischen Lokalitäten mit Gallenpflanzen. Unter Bukovec nimmt die Iser ihren ersten rechtsseitigen Zufluss auf, Jizerka, und fließt durch das enge Tal mit vielen Felsblöcken und Kaskaden. Bis zu Kořenov bildet die Iser die Staatsgrenze an Polen. In Harrachov-Mítiny fließt sie ins Riesengebirge ein und führt weiter durch die malerischen ruhigen Ecken des Naturparks. Unter Harrachov mündet in die Iser der wilde Mumlava, der für seine Wasserfälle bekannt ist.

Das Interessante im Strombett sind sog. „Riesentöpfe“ – Rundsteine mit der Durchmesse von ein paar Zentimeter bis zu einigen Metern. In der Nähe von Hradsko bei Vysoké nad Jizerou ragt am Felsen über die Iser die Ruine der Burg Nístějka hervor, die früher den Handelsweg durch das Isertal bewachte. In Poniklá fließt die Iser durch eine kleine Karstengegend mit der geräumigen Höhle Ponikelská jeskyně (unzugänglich).

Der nächsre linksseitige Zufluss Jizerka (zweiter desselben Namen) quellt bei Horní Mísečky, in die Iser mündet er bei Horní Sytová und bringt Wasser aus dem Riesengebirge mit. Hier dreht sich die Iser nach Westen und kommt durch breite Mäander nah an Semily.

Die Iser wird mit zahlreichen Brücken überbrückt, manche von ihnen wurden zu technischen Denkmälern erklärt., z.B. die älteste Eisen-Beton-Brücke in Tschechien in Dolní Sytová aus dem Jahr 1910 oder die überdachte Holzbrücke in Bystrá nad Jizerou aus dem Jahr 1922.

Am oberen Teil der Iser kann man Spuren der Textilindustire entdecken. Sie war eine der wichtigsten Verdienstmöglichkeiten des 20. Jahrhunderts. Die ertse Textilfabrik an der Iser wurde 1880 in Benešov bei Semily gebaut. Von dem Ruhm der Textilfabriken ist nicht viel übrig geblieben, aber sie sind oft Ziele der sog. „Industrie-Touristik“.

In Semily fließt die Iser mit dem Fluss Oleška zusammen, der im Gebirge Staropacké Hory quellt. Unter Semily bildet die Iser eine einge Klamm, durch die der Rieger-Pfad führt. Das schluchtähnliche Felsental wurde im Jahr 1951 zum Naturschutzgebiet Isertal erklärt. Auf dem Rieger-Pfad befindet sich in Spálov ein Wasserkraftwerk aus den Jahren 1921-26, in das das Wasser durch einen 3 km-langen Tunnel zugeleitet wird.

In Podspálov mündet in die Iser der Fluss Kamenice, der vom Norden das Wasser vom Isergebirge bringt. Die Kamenice entlang führt zu der Burg Navarov und weiter nach Tanvald der Palacký-Pfad. Von Spálov fließt die Iser weiter über Železný Brod nach Malá Skála. Sie teilt die Gegend von Mala Skála in den Teil mit dem Bergkamm Vranovský Hřeben einerseits und den Teil mit der zerklüfteten Silhouette von Suché Skály anderseits. Hinter Dolánky mit dem Dlask-Bauernhof, einem Juwell der Volksarchitektur, fließt die Iser in Turnov ein.

Hinter Turnov, der das Tor ins Böhmische Paradies darstellt, fließt die Iser durch das Böhmische Kreidenbecken und das Tal wird zu einer breiten und flachen Au mit vielen Dörfern an beiden Ufern. Die Iser fließt durch den westlichen Rand des Böhmischen Pardadieses und nimmt dabei die Flüsse Libuňka, Žehrovka und Mohelka auf. Unter Mnichovo Hradiště entstanden durch Erosion und Witterung mehrere Höhlen, sog. Felsenbasteien. Weiterhin fließt die Iser unter den Burgen Zvířetice und Michalovice durch, in Mladá Boleslav nimmt sie Klenice auf und durch das breite sandsteinige Tal führt sie dann ins Elbetal. Ihren langen Weg schließt die Einmündung in die Elbe bei Bad Toušeň, unweit von Brandýs nad Labem.

Die Iser und die Freizeit

Das Isertal lockt zum Sport und Wandern. Es ist von Wanderern sowie von Radfahrern beliebt. Am oberen Teil ist sie zum Wandern und Radfahren v.a. zwischen Jizerka, Kořenov, über Panýrka nach Paseky nad Jizerou besonders güngstig. Zum Radfahren ist das ganze Isergebirge gut geeignet.

Für die Wanderer ist das Isertal mit dem Rieger-Pfad und der Palacký-Pfad (den Fluss Kamenice entlang) besonders attraktiv. Das häufig aufgesuchte Ziel ist die Gegend von Malá Skála mit vielen höheren Aussichtsplätzen. Sie bietet gute Bedingungen nicht nur fürs Wandern und Radfahren, sondern auch fürs Klettern.

Interessante Fahrradstrecken gibt es zwischen Turnov und Mnichovo Hradiště, obwohl der markierte Weg entlang der Iser bis jetzt noch fehlt. Der Iserländiche Radweg Nr. 241 durch das Obere Iserland nähert sich an die Iser in Klášter Hradiště nad Jizerou und führt weiter über Benátky nad Jizerou bis zur Einmündung der Iser in die Elbe.

Die Iser lockt natürlich auch die Fans der Wassersportarten. Die Klamm von dem Zusammenfluss der Iser mit Mumlava bis zu Horní Sytová stellt im Frühling ein Paradies für die Liebhaber des Wildwasserfahrens und Raftings dar. Der Teil zwischen Malá Skála und Turnov ist vor allem von den Kanu-Fahrern beliebt. Die Iser ist von Spálov bis zum Zusammenfluss mit der Elbe fahrbar.

Die Iser gehört zu den saubertsen Flüssen in Tschechien und in ihrem Wasser leben viele Fischarten. Deshalb ist sie auch von den Fischern beliebt. Natürlich ist sie auch oft ein attraktives Badeziel für diejenigen, die kälteres Wasser mögen.

Den ganzen Verlauf eintlang bietet die Iser viele touristische Sehenswürdigkeiten an. Es gibt genug Ziele für Liebhaber der Natur, der Volksarchitektur, der Technik sowie auch der Geschichte und des Sports. Die Verbindung mit dem dem Riesen- und Isergebirge und dem Böhmischen Paradies macht das ganze Obere Iserland zu einem gut geeignetem Platz für Ihren Urlaub.

Stadtauskunftsstelle sämtliche Informationen über die Region das Obere Iserland
www.semily.cz

22.3.2011 7:40:36 - aktualisiert 23.3.2011 16:38:07 | gelesen 2448x | Ing. Jiří Lukeš
 
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